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1690

Die Kirche Santa Maria delle Grazie im Ortsteil Prato ist ab 1690 dokumentiert, als sie auf Geheiß des Clesianers Don Giacomo Borghesi errichtet wurde. Sie wurde im August 1691 eingeweiht und diente ursprünglich als Kapelle für ein benachbartes Gebäude, das zur beträchtlichen Pfarrpfründe gehörte, die Don Borghesi eingerichtet hatte.

Zwischen 1851 und 1852, nachdem die Pfründe erloschen war, kaufte Giorgio Chiesa das gesamte Grundstück, einschließlich des Hauses und der Kirche, mit dem Ziel, ein modernes Hotel zu bauen.

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Chiesa Di Santa Maria Delle Grazie Cles

Dank eines Abkommens mit der Diözese Trient vom 4. März 1852 blieb die Kapelle erhalten und wurde sogar in den großen Komplex des „Grand Hotel Cles“ integriert. Die Kirche hat einfache Linien in einem eklektischen Stil mit Anklängen an Romanik und Gotik. Die Fassade hat ein zentrales, leicht zurückgesetztes Portal, zu dem man über eine Treppe gelangt, und eine große Fensterrose, die eine natürliche Beleuchtung des Innenraums ermöglicht. Das Innere besteht aus einem einzigen rechteckigen Schiff, das in zwei Buchten unterteilt und von Kreuzgewölben bedeckt ist. Der Barockaltar aus der zerstörten Kirche Santa Maria Nuova in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses von Pez wird der Clesianer Werkstatt von Vigilio Fortunato Prati zwischen 1690 und 1710 zugeschrieben. An der Chorwand über dem Altar hängt das Altarbild mit der Madonna mit Kind, Hl. Johannes der Evangelist e Hl. Rochus, das von einem unbekannten Maler am Ende des 17. Jahrhunderts geschaffen wurde.

In der Kapelle kann man eines der Meisterwerke der Trentiner Wandmalerei des 20. Jahrhunderts bewundern, nämlich den Zyklus der mit der Mezzofresco-Technik erschaffenen Storie Clesiane von Carlo Bonacina (1945). Letzterer malte an den Seitenwänden – mit der charakteristischen, von der großen italienischen Renaissancemalerei inspirierten plastischen Gestaltung – vier über vier Meter hohe Monumentalszenen: die Prozession zur Einweihung der Kirche, die Mariä Himmelfahrt mit den Schutzheiligen der Kirchen von Cles, den Bischof Bernardo Cles auf dem Thron, die Madonna von Fatima und die Prozession zur Wiedereinweihung der Erzpriesterkirche nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den Fürstbischhof Bernard Cles, der das Clesische Privileg gewährt. Für dieselbe Kapelle schuf er 1946 die Terrakotta-Tafeln der Via Crucis.

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