Als Symbol von Cles ist der Palazzo Assessorile seit dem Mittelalter ein zentrales Element der städtischen Geschichte. Er wurde als Turmhaus an der strategischen Kreuzung zwischen den alten Ortsteilen von Cles errichtet und weist die Merkmale der Clesianer Renaissance auf.
Der erstmals im Jahr 1356 urkundlich erwähnte Palazzo besteht aus einem massiven Bauwerk, das an der Fassade mit einfachen und zweibogigen Fenstern, einem Balkon und einem Spitzbogenportal verziert ist und von durchgehenden Zinnen, Bogen- und Nasenscharten gekrönt wird. Die Fassade, die ihr heutiges Aussehen durch die vom Adligen Giorgio di Castel Cles im Jahr 1484 in Auftrag gegebenen Eingriffe erhielt, gilt als eines der wichtigsten Beispiele der adligen Architektur des 15. Jahrhunderts im Trentino. Im Jahr 1543 eröffneten Aliprando Cles und seine Frau Anna Wolkenstein eine neue Periode für das Gebäude und verwandelten es in eine prächtige Residenz. Für die Ausschmückung der Räume im ersten und zweiten Stock mit Fresken zu mythologischen und feierlichen Themen wurden Künstler herangezogen, die bereits für den Fürstbischof Bernardo Cles im Schloss Buonconsiglio in Trient und im Schloss von Cles gearbeitet hatten, wie Marcello Fogolino aus Vicenza.
Der Palast ist als Renaissance-Haus mit Erdgeschoss und drei Stockwerken angelegt, die über eine einzige Treppe zugänglich sind. Während sich im Erdgeschoss die Diensträume befinden, sind die dekorierten Räume in den ersten beiden Stockwerken für die Unterbringung des Hausherrn und seiner offiziellen und repräsentativen Tätigkeiten angelegt. Im dritten Stock befindet sich die Privatwohnung von Anna Wolkenstein, die mit einem seltenen Freskenzyklus mit alttestamentlicher Thematik geschmückt ist.
Im Jahr 1677 wurde der Palast von der Magnifica Comunità di Cles erworben und vom Assessor der Valli di Non e di Sole verwendet, der im Auftrag des Fürstbischofs die Justiz verwaltete. Der neue Verwendungszweck erforderte erhebliche Anpassungen des dritten Stockwerks: Die mit Fresken bemalten Räume wurden verschlossen und bis 1975 als Gefängnis genutzt, erst nach der Restaurierung 2009 erstrahlten sie wieder in altem Glanz.
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