Zahlreiche Familien des Clesianer Landadels, vor allem zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert, versuchten, sich von der breiten Bevölkerung abzusetzen, indem sie ein privates Oratorium errichteten, um so den Erwerb besonderer Privilegien nach außen hin zu betonen.
Wir wissen von der Existenz privater Oratorien in mehreren Gebäuden der Gemeinde, sakrale Orte, von denen heute keine Spur mehr vorhanden ist. Das spätgotische Fresko aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, das 1970 bei Renovierungsarbeiten an einem Teil des alten Palazzo Tomazzolli (auch Casa Franceschini genannt) im Ortsteil Pez entdeckt wurde, ist die einzige Spur eines möglichen Oratoriums. Das unvollständige Fresko, das eine thronende Madonna, den heiligen Christophorus und die Darstellung einer kleinen Kirche mit einem Glockengiebel zeigt, ist heute im Inneren des Palastes erhalten, befand sich aber ursprünglich an der Fassade eines rustikalen Gebäudeteils. Der Palazzo Tomazzolli ist ein bedeutendes Beispiel der traditionellen ländlich-herrschaftlichen Architektur, mit massiven Formen, die um einen alten mittelalterlichen Turm herum gebaut wurden, einer alten Eingangsbrücke und einer Sonnenuhr aus dem Jahr 1822.